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Geschichte des Hauses Wismarsche Str. 144

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In den Jahren 1905-1907 wurde das Gebäude Wismarsche Str. 144 für die Hofpianofortefabrik Gebr. Perzina errichtet (Erbauer: Ludwig Clewe). Die Firma der Gebr. Julius und Albert Perzina, die aus Sachsen gekommen waren, gründeten 1871 in der Wismarschen Str. 22 die „Pianoforte-Fabrik".
Nach dem Tode Julius Perzinas 1897 wurde eine Erbengemeinschaft Inhaber der Firma. Geschäftsführer und Mitarbeiter war in den Jahren 1900-1917 Daniel Huss.
Er veranlasste den Neubau ebenso wie den Saalbau.
Während des I. Weltkrieges nahm die Firma Gebr. Perzina zusätzlich die Produktion von Flugzeugteilen und Ausrüstungen für den Heeresbedarf auf. Gebäude Wismarsche Str. aus dem Jahr 1907 Nach Kriegsende, ab 1918, wurde der Großindustrielle Fokker offiziell Inhaber und Direktor der Perzina- Werke.
Zur Wiederaufnahme der Produktion wurde Otto Liebeau zum neuen Pächter dieser Werke. In den Jahren 1921-1925 konnte die Firme einen relativen Aufschwung verzeichnen, dann kam es zu einer erneuten Krise und 1929 erlosch die Firma. Eine Matratzen- und Polsterfabrik (Niehaus) und eine Autolicht- und Zündwerkstatt (Stürzenberger) siedelten sich kurz in diesem Haus an. 1933 ging das Haus in den Besitz der Nazipartei über. Hier wurde der „Niederdeutsche Beobachter“ gedruckt. Nach Zerschlagung des Faschismus gehörte das Haus weiter der Presse. Seit 1946 wurde in diesem Gebäude die Landeszeitung und spätere „Schweriner Volkszeitung“ als regionale Bezirkszeitung der SED gedruckt.
Nachdem die Presse ein neuerbautes Druck- und Verlagshaus bezog, wurde 1982 der damaligen Wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek des Bezirkes Schwerin dieses Haus übergeben.
Nach eineinhalbjähriger Bauzeit konnte 1984 den Schwerinern ein Teil der Bibliothek zugänglich gemacht werden.
Eine langwierige Rekonstruktion des Saales (1984-1989) schloss sich an die Eröffnung der Bibliothek im neuen Haus an.
Hervorhebenswert ist die relativ originalgetreue Rekonstruktion des Perzinasaales, der wieder im neoklassizistischen Stil fertiggestellt wurde.
Der Saal wurde bis weit in die 20er Jahre hinein als Konzert- und Vortragssaal genutzt, auch wieder, als hier seit 1946 die Landeszeitung und spätere „Schweriner Volkszeitung“ hergestellt wurde. Es gab Konzerte, Lieder- und Operettenabende und bis etwa 1950 Aufführungen des „Kleinen Theaters“.
Danach wurde der Saal als Versammlungs- und später als Speisesaal genutzt.
Dem Perzinasaal wurde einmal die beste Akustik der Schweriner Konzertsäle nachgesagt.
Im Oktober 1989 wurde der rekonstruierte Saal der Bibliothek übergeben.
 Den Saal schmückten und schmücken Relief-Porträts von Richard Wagner und Johannes Brahms. Bei der Rekonstruktion des Saales wurden vom Bildhauer Stephan Thomas geschaffene Relief-Porträts von Johann Heinrich Voß, Fritz Reuter, John Brinckman, Heinrich Seidel und Willi Bredel hinzugefügt. (v. links n. rechts)
Mit der Fertigstellung des Saales bot sich der Bibliothek die Möglichkeit, dort den Informationsbestand und die Zeitungen und Zeitschriften zu präsentieren.
Die Gesamtgestaltung des Perzina-Hauses bringt, typisch für die Residenzstadt Schwerin die tradierten Vorstellungen von Repräsentationsarchitektur zum Ausdruck. Im Inneren des Hauses wurde alles im neoklassizistischen Stil erbaut, man sprach teilweise auch vom Empirestil. Empire als eine Sonderform des Klassizismus, der sich in Frankreich unter Napoleon I. herausbildete und bis ca. 1830 Innendekoration, Kunstgewerbe und Mode beherrschte.
Somit ist die äußere und innere Gestaltung dieses Produktions-, Geschäfts- und Konzerthauses eng verbunden mit dem Darstellen der bürgerlichen Kraft und Macht um dem für eine Residenzstadt typischen Image zur Repräsentation des Hofes und der Beamten.
Trotz des mehrfachen Geschäftswechsels blieb die äußere Fassade über 40 Jahre unverändert. Umbauarbeiten, welche die Fassade im unteren Teil  völlig veränderten, wurden erst 1953/54 durchgeführt.
Starke Veränderungen sind erkennbar. Die auf absolute Symmetrie bedachte Fassade erhielt ein völlig anderes Aussehen. Beide dem gotischen Baustil entlehnten Rosettenfenster, die dem Saal durch farbiges Glas warmes Licht gaben, wurden zugemauert.
Die viel Licht spendende Fensterfront, die nur durch die Säulen baulich unterbrochen war, wurde ebenfalls zugemauert.
Veränderte Wärmeaustauschverhältnisse an den zugemauerten Stellen machten sich deutlich durch Schmutz- und Staubablagerungen, so besonders an den ehemals die Fassade verzierenden Rosettenfenstern bemerkbar.
Die Rundbögen der Saalfenster zeichnen sich gleichfalls leicht ab, deutlich sind beim Betrachten des Hauses Unterschiede an den ehemaligen Säulen der Fensterfront zu erkennen.
Bis heute ist  die Fassade unverändert.

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